Der Zivilschutz funktioniert wie eine Versicherung und verdient mehr Beachtung

Texte français

INTERVIEW
VON ANTON BRUNI, STV CHEF INFO
GFO REGION MURTEN

(29.03.2018) Otto Hediger aus Courgevaux ist Sekretär im Bevölkerungsschutz-verband Region Murten (BSRM) und Mitglied des Gemeindeführungsorgans (GFO) Region Murten. Er ist für das Sekretariat und für den Fachbereich Zivilschutz verantwortlich.

Otto Hediger, Sie sind im Bevölkerungsschutzverband Region Murten und im Gemeindeführungsorgan Region Murten tätig. Welches sind Ihre Aufgaben?

Seit dem Jahr 2013 arbeite ich für den Bevölkerungsschutzverband Region Murten und bin auch im Gemeindeführungsorgan Region Murten für das Sekretariat zuständig. Meine Tätigkeiten umfassen die Rechnungsführung und das Budget des BSRM und des GFO Region Murten. Ich sichere unter anderem die Verbindung und die Kommunikation zwischen BSRM und den Verbandsgemeinden.

Der Vorstand setzt sich aus Mitgliedern des Gemeinderates der verschiedenen Gemeinden zusammen. So arbeite ich ebenfalls mit den Delegierten dieser Gemeinden. Weiter bin ich für das Protokoll und den Versand von schriftlichen Unterlagen zuständig.

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Nun gibt es ja auch Zivilschutzanlagen  in dieser Region. Wer ist für diese  verantwortlich?

Ja, richtig! Diese gehören ebenfalls in meinen Verantwortungsbereich. Es sind dies die Zivilschutzanlage (Bereitstellungsanlage BSA) in Murten und der Schutzraum Neugut in Murten. Ich bin für die Vermietung der Räumlichkeiten an Vereine und Private, für die Miet­ und Kurtaxenabrechnung im Namen des Bevölkerungsschutzverbandes Region Murten zuständig.

Es gibt aber auch sonstige Anfragen von Gemeinden und aus der Bevölkerung zum Thema des Bevölkerungs­ und Zivilschutzes, die ich immer wieder beantworten muss.

Erwähnen möchte ich hier gerade auch noch, dass der Zivilschutz im Kanton Freiburg ab dem Jahr 2014 kantonalisiert wurde. Gegenwärtig läuft ebenfalls die Totalrevision des Bevölkerungsschutz- und Zivilschutzgesetzes auf eidgenössischer Ebene.

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Welches sind Ihre Aufgabengebiete im GFO Region Murten?

Ich arbeite als Mitglied und Verantwortlicher des Sekretariats und des Fachbereichs Zivilschutz direkt mit Roland Bollin, dem Stabschef des GFO Region Murten, sowie mit den Verantwortlichen der anderen Fachbereiche, die in diesem Organ vertreten sind, zusammen.

Auch hier bin ich für die Kommunikation zuständig. In diesem Rahmen leite ich Gesetze und Richtlinien an die Fachbereiche weiter.

Dann geht es bei meiner Tätigkeit um Kursanmeldungen für die Fachverantwortlichen oder um das Einholen von Informationen zu bestimmten Themen und die Aktualisierung der Datenbank.

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Wie ist Ihr Fachbereich Zivilschutz im GFO Region Murten mit den anderen  Zuständigen vernetzt?

Der Zivilschutz ist eingebunden in das gesamte Organ des GFO Region Murten. Dieses besteht im Weiteren aus den Fachbereichen Feuerwehr, Polizei, Gesundheitswesen sowie Technische Betriebe und Infrastruktur.

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Können Sie ein praktisches Beispiel  dazu geben, wie das Ressort Zivilschutz im GFO Region Murten funktioniert und wie sich diese Vernetzung konkret zeigt?

Wird beispielsweise im GFO Region  Murten als operativem Organ des  BSRM nach einem Naturereignis festgestellt, dass es in diesem Perimeter  Zivilschutzleistende und/oder Hilfsmaterial sowie Geräte für einen Einsatz zugunsten der Bevölkerung braucht, wird eine Bedarfsabklärung vorgenommen. Es wird geprüft und abgeklärt, welche Fachbereiche zum Einsatz kommen sollten. In komplexen und schwierigen Situationen kann es der Fall sein, dass Personal und Material  aus mehreren Ressorts des GFO Region  Murten eingesetzt werden müssen. Dann werden einerseits Einsätze und Massnahmen in den einzelnen Fachbereichen abgeklärt und insgesamt findet dann ein koordiniertes Vorgehen statt.

Gerade in sehr schwierigen Situationen kann es sehr anspruchsvoll sein, die Prioritäten zu setzen. Sind diese Abklärungen abgeschlossen und die Massnahmen festgelegt, stelle ich anschliessend ein Gesuch an das Amt für Bevölkerungsschutz und Militär des Kantons Freiburg für die entsprechend benötigte Anzahl Zivilschutzleistender sowie für die benötigten Geräte.

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Wie werden diese Beschlüsse gefasst?

Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Jeder Fachbereich des GFO Region Murten entscheidet aufgrund der eingehenden Informationen unabhängig über die einzusetzenden Personen und Mittel. Es geht ja immer auch um die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel und Ressourcen. Damit die Einsätze für die Bevölkerung jedoch effizient und wirksam erfolgen können, ist schlussendlich ein im Detail gemeinsam abgesprochenes Vorgehen unerlässlich.

Es kann aber auch möglich sein, dass weitere Spezialisten oder Typen von Maschinen von Dritten, also von privaten Unternehmen angefordert werden müssen. Nach einem Einsatz werden solche Dienstleistungen verrechnet.

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Diese fachübergreifende Zusammenarbeit muss ja sicher eingeübt werden.  In welcher Form geschieht das?

Ja, hier arbeiten wir sehr intensiv daran, auch an der permanenten Weiterbildung. Es gibt spezielle Stabsrahmenübungen. Eine solche wurde 2016 an unserem Standort in Jeuss unter dem Namen Zephir durchgeführt. Durchgespielt wurde eine aussergewöhnlich starke Unwettersituation, mit einem  Orkan im Murtenbiet. In einer solchen Situation müssen sämtliche Ressorts des GFO Region Murten eingesetzt werden. Geleitet wurde diese anspruchsvolle Übung durch Fachleute des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz.

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Das GFO Region Murten wurde ab Juli 2017 um die Gemeinden Cressier, Gurmels, Kleinbösingen und Ulmiz erweitert. Was heisst das für das Ressort Zivilschutz und für das GFO Region Murten?

In diesem Zusammenhang wurde der Radius der Gefahrenkarte des Bevölkerungsschutzverbandes Region Murten respektive des GFO Region Murten erweitert, und diese muss revidiert werden. Neu hinzugekommen ist das Gebiet des Schiffenensees. Der Verband wird mit der Erweiterung zweisprachig geführt, was sehr spannend ist. Mehrkosten gibt es mit den Übersetzungsarbeiten, doch gehört dies selbstverständlich zu einer zweisprachigen Region.

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Welche Schutzoptionen bestehen für  die Bevölkerung im Perimeter des GFO Region Murten? Wie funktionieren die  Benachrichtigung und Alarmierung der Bevölkerung bei Ereignissen und  Katastrophen?

Die Alarmierung erfolgt in jedem Fall mit den Sirenen in den Gemeinden. Mit diesen wird die Bevölkerung aufgefordert, Radio zu hören, die Anweisungen der Behörden zu befolgen und die Nachbarn zu informieren.

In der Situation eines lokalen, regionalen und auch überregionalen Ereignisses sind es in unserem Fall die kantonalen und die Gemeindebehörden, Oberamt, Polizei, die mit dem GFO Region Murten entsprechende Massnah­men treffen. Sie informieren die Bevölkerung, wie sie sich verhalten soll.

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Welche weiteren Informationsmöglichkeiten gibt es in solchen Situationen?

Das GFO Region Murten hat für den Ernstfall ein Netz von Informations­ und Versorgungspunkten erarbeitet, an denen die Bevölkerung informiert und mit Hilfsmitteln versorgt werden kann. Im Falle eines nationalen Grossereignisses, in einem Kriegsfall, informieren die eidgenössischen Behörden. Für diesen Fall sind ausschliesslich die Schutzräume vorgesehen, welche innerhalb von 24 Stunden geräumt werden müssen. Bei einem Katastrophenfall, beispielsweise bei einem Atomunfall, ist meiner Meinung nach ein Schutzraumbezug nicht möglich, weil die privaten Schutzräume in den meisten Fällen nicht geräumt sind.

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Haben Sie ein konkretes Anliegen an die Bevölkerung zu ihren Verantwortlichkeiten und Fachbereichen?

Ich setze mich seit rund 20 Jahren mit Herzblut für den Zivilschutz ein. Dieser funktioniert wie eine Versicherung. Der Zivilschutz kostet im Kanton Freiburg pro Person pro Jahr rund 15 Franken, was nicht viel Geld ist, und darum verdient er meiner Meinung nach auch grössere Beachtung. Sehr wichtig finde ich ebenfalls, zur persönlichen Vorsorge, dass die privaten Schutzräume regelmässig unterhalten werden, damit sie jederzeit funktionsfähig und beziehbar sind. 

Zur Person

Otto Hediger ist 1979 in den Zivilschutz Murten und Umgebung eingetreten. Ab 1997 arbeitete er zu 100 Prozent als Kommandant und Zivilschutzstellenleiter des Zivilschutzverbandes Region Murten in Murten. 2004 erfolgte im Kanton Freiburg die erste Teilkantonalisierung des Zivilschutzes. Ab dem Jahr 2005 war Hediger Zivilschutzkommandant im Nebenamt. Bis in das Jahr 2013 blieb eine kleine Kompanie des Zivilschutzes in Murten bestehen, und ab 2014 erfolgte die komplette Kantonalisierung des Zivilschutzes. Seither arbeitet Otto Hediger als Sekretär im Bevölkerungsschutzverband Region Murten (BSRM) und im Gemeindeführungsorgan (GFO) Region Murten.

Otto Hediger aus Courgevaux ist Sekretär im Bevölkerungsschutz¬verband Region Murten (BSRM) und Mitglied des Gemeinde¬führungsorgans (GFO) Region Murten

La protection civile, maillon de la chaîne de la protection de la population

Text Deutsch

(29.03.2018) Dans une interview parue fin mars 2018 dans le Murtenbieter, Otto Hediger (Courgevaux) explique quelles sont les tâches liées à ses fonctions de Secrétaire de l’Association pour la protection civile de la région de Morat (APPRM) et membre de l’Organe communal de conduite (ORCOC) en charge des questions relevant de la Protection civile.

Otto Hediger est depuis près de 40 ans actif dans le domaine de la Protection civile, depuis plus de 20 ans à titre professionnel. Comme secrétaire de l’APPRM, il est chargé des tâches administratives, budgétaires et comptables de l’Association, assurant par ailleurs le lien et la bonne communication entre le comité et les communes. Outre la gestion administrative de l’ORCOC, il coordonne les activités de formation destinées aux membres de groupe d’état-major (inter)communal.

De par son expérience du domaine, il est convaincu de l’importance de la Protection civile, qui pour le canton de Fribourg représente une dépense de quelque 15 francs par habitant et par an – une sorte de prime d’assurance, estime-t-il au vu de ce que ses abris et les interventions de ses équipes peuvent apporter dans une situation de danger concret, par exemple suite à un incident de type nucléaire. Mais, précise Otto Hediger, il est essentiel pour assurer leur efficacité dans une situation grave et soudaine que les abris dans des bâtiments privés soient bien entretenus et restent en tout temps accessibles et utilisables suivant leur finalité première de protection des habitants.

S’il se produit un incident majeur ou en cas de guerre, l’information est donnée par la Confédération, et c’est elle aussi qui ordonne l’utilisation à leurs fins primaires des abris de protection civile, qui doivent alors être libérés dans les 24 heures. L’ORCOC Région de Morat a pour sa part mis en place pour les situations de risques concrets  un réseau de points de ralliement pouvant servir à l’information comme au ravitaillement de la population ou à la remise de matériel.

L’organisation de la Protection civile est depuis 2013 entièrement entre les mains du Canton, et par ailleurs, la Confédération prépare une refonte de la loi sur la Protection civile. Au niveau des communes, le responsable est en temps normal chargé de la gestion des locaux de la protection civile (tels à Morat le poste d’attente et l’abri collectif du Neugut) ou du traitement des demandes de renseignements de la part des communes. Mais aura aussi un rôle à jouer dès la survenance d’un événement de plus ou moins grande importance si le matériel et le personnel à disposition ne suffisent pas et qu’une demande doit être adressée aux services  compétents du Canton. Ce qui demandera au préalable un examen précis des besoins selon l’évaluation des différents services d’urgence réunis dans l’ORCOC.

ORCOC
Chef Info

Otto Hediger, Courgevaux

Notfallnummer

Internationaler Notruf 112
Polizei 117
Feuerwehr 118
Sanität 144
Vergiftungsnotfälle 145
Rega 1414
Dargebotene Hand 143
Permanence 0263067110
Notfallarzt See 0900670600
Notfallapotheke WE 0263042140
Zahnärztlicher Notruf 0848141414
Insektenbekämpfung 0763957144

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