«Das GFO Region Murten setzt sich für die Sicherheit der Bevölkerung ein»

Murten/ Roland Bollin wurde an der 14. Delegiertenversammlung vom 8. April 2003 zum Stabschef, damals des Zivilschutzverbandes der Region Murten, heute Bevölkerungs- und Zivilschutzverband der Region Murten (BZVRM), gewählt.

12. Jan. 2016) Der Stabschef hat vielseitige Aufgaben. Er berät unter anderem die Gemeindebehörden auf Anfrage, Veranlasst das Nachführen von Unterlagen, plant die Ausbildungen des Gemeindeführungsorgans Region Murten (GFO Region Murten) und führt dieses im Einsatz. Weiter trifft er Massnahmen zur Entlastung der Einsatzkräfte und zur Bewältigung von Ereignissen. Er erstellt zuhanden des Präsidenten des Verbandes Unterlagen zur politischen Entschlussfassung.

Interview:  Anton Bruni (Stv. Vertreter Informationen, GFO Region Murten)

Herr Bollin
Können Sie Ihre Tätigkeit und Verantwortlichkeiten im GFO Region Murten beschreiben?

Grundsätzlich bin ich für die Vorbereitung des GFO Region Murten in einem Ereignisfall zuständig. Es geht primär um die Koordination von Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung.
Damit Vorbereitungen getroffen werden können, muss ich vorher eine Risikoanalyse erstellen.

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Was umfasst diese Risikoanalyse?

Die Risikoanalyse erfasst Gefahren und Risiken mit Potenzial für Katastrophen und Notlagen in der Region. Ziel ist eine einheitliche Massnahmenplanung zum Schutz der Bevölkerung aber auch für denjenigen von Tieren und von Sachwerten. Weiter müssen Grundlagen und Übungen vorbereitet werden.
Abgeleitet von der Risikoanalyse sind für priorisierte Szenarien Massnahmenpläne zu erarbeiten. Hierzu sind wiederum verschiedene Grundlagen auszuarbeiten.

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Konkret, in welcher Hinsicht?

Beispielsweise müssen Orte und Plätze gesucht und bestimmt werden, wo Menschen in einem sogenannten Ereignisfall, (Natur- oder Umweltkatastrophe, andere Bedrohungen), untergebracht werden können.
Dann wird im GFO selbst mit Übungen das Zusammenspiel auch mit den Gemeinden, der Feuerwehr, dem Ambulanzwesen, den technischen Betrieben (wie z.B. die IB-Murten), mit dem Kanton, der Polizei sowie mit weiteren Stellen erprobt und vertieft. 

In welcher Art und Weise?

Beispielsweise habe ich bei der kürzlich durchgeführten Übung «Blackout» feststellen können, dass die Stabsmitglieder im GFO sehr gut zusammen gearbeitet haben. Dies gab mir hinsichtlich eines möglichen Einsatzes ein gutes Gefühl. Das GFO Region Murten ist wie eine Art Versicherung für selten sich ereignende Vorfälle.

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Gibt es weitere Verantwortlichkeiten?

Ich vertrete die Verbandsgemeinden des GFO Region Murten gegenüber dem Kanton. Ich bin aber auch als Stabschef der GFO Region Murten gegenüber den Verbandsgemeinden der Verantwortliche. Meine Tätigkeit und meine Verantwortlichkeiten umfassen deshalb ein extrem breites Spektrum.

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Was sind die Aufgaben des GFO Region Murten?

Wie bereits erwähnt ist dieses zuständig für die Erarbeitung und Aktualisierung der Risikoanalyse und der Planung was vorsorgliche Massnahmen angeht. Das GFO tritt in Aktion, wenn die Blaulicht-Organisationen - Feuerwehr, Ambulanzwesen und Polizei - ein Ereignis, eine Katastrophensituation, nicht mehr selber bewältigen können. Ein weiterer Grund wäre, wenn der Kanton einen Auftrag erteilen würde. In Katastrophensituationen oder Notlagen plant und leitet das GFO Massnahmen und berät den Vorstand des Verbandes oder die Gemeindevertreter. Zudem werden im GFO Entscheidgrundlagen erarbeitet. Dabei geht es immer um den Schutz von Menschen, Tieren, Sachwerten und von Lebensgrundlagen.

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Was passiert im GFO, im Falle eines Eintrittes eines Ereignisses, einer Katastrophensituation?

Grundsätzlich kommen wie vorher erwähnt in solchen Fällen zuerst die Blaulicht-Organisationen - Polizei/Feuerwehr, Ambulanz - zum Einsatz.
Doch nimmt auch, bereits in diesem Stadium, das GFO seine Arbeit auf. Die Verantwortlichen der verschiedenen Sektoren im GFO - Präsidentin Verband, Stabschef, Stv. Stabschef, Information, Feuerwehr, Ambulanz, Zivilschutz und Technische Werke - tauschen ihre Informationen aus und halten sich gegenseitig auf dem Laufenden. Das GFO organisiert sich innerhalb eines halben Tages und ist danach einsatzbereit.
Sofort informiert werden die politischen Entscheidungsträger und die betroffene Verbandsgemeinden. Diese müssen auf dem aktuellen Stand der Situation gehalten werden, denn es geht schlussendlich auch immer um finanzielle Fragen.

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Wo ist das GFO Region Murten institutionell angehängt?

Es ist den Gemeinden unterstellt. Die Verbandsgemeinden sind durch Gemeinderatsmitglieder im GFO Verband vertreten. Diese bringen Vorschläge ein. Der Vorstand des GFO ist das Leitungsgremium.

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Es gibt die Internetseite «http://www.bzvrm.ch. (Bevölkerungs- und Zivilschutzverband der Region Murten BZVRM). Ist diese auch für die Bevölkerung bestimmt?

Ja sicher. Beispielsweise sind unter dem Stichwort «Selbstschutz» Anleitungen für jedermann zu finden. Ein Beispiel ist «Alertswiss – Erstelle Deinen Notfallplan».(siehe Informationskasten)

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Welche anderen Dienste übernimmt das GFO in einem Katastrophen- oder Notfall?

Eine der wichtigen Arbeiten ist in solchen Situationen die Informationstätigkeit. Das GFO versorgt die Gemeinden und die Bevölkerung, die Medien, die lokalen und regionalen Radio- und Fernsehkanäle, laufend mit aktuellen Daten und Fakten. Das Ziel ist die Bevölkerung über eine Situation auf dem Laufenden zu halten.

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Ist Ihrer Meinung nach das GFO Region Murten in der Bevölkerung bekannt?

In der Bevölkerung sind insbesondere die Blaulicht-Organisationen bekannt, die heute bei Verkehrsunfällen, Unfällen, Bränden und sonstigen Situationen zum Einsatz kommen.
Das GFO Region Murten, das, wie ich bereits ausgeführt habe, erst in der zweiten Phase - in einem Katastrophen- oder Notfall - konkret und nach aussen sichtbar in Aktion tritt, ist in der Bevölkerung weniger bekannt und präsent. Aufgrund der permanenten Zusammenarbeit umsomehr bei Gemeinden sowie auf der regionalen und politischen Ebene.
Wissen muss die Bevölkerung, dass das GFO Region Murten existiert und dass die Verantwortlichen im vorher erwähnten Rahmen regelmässige Sitzungen und Übungen durchführen. Zudem bilden sich die Verantwortlichen der verschiedenen Sektoren im GFO in Kursen weiter.

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Abschliessend, was muss die Bevölkerung wissen?

Wichtig ist, dass die Bevölkerung weiss, wo und wie sie sich selber schützen kann. Im Sinne von «Schutz zum Selbstschutz» und zu diesem Zweck führen wir die Internetseite und publizieren zu aktuellen Themen Leitartikel oder informieren, wie im jetzigen Fall, mit Interviews.

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Bevölkerungs- und Zivilschutzverband Region Murten

www.bzvrm.ch

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