Auf den grossen Stromausfall vorbereitet sein (März 2016)

(23.03.2016) Die Störung in der Stromversorgung in der Region Murten am Montag, 21. März, von der die Gemeinden Murten, Muntelier und Merlach betroffen waren, ist ohne grossen Folgen für die Bevölkerung verlaufen. Man muss sich aber bewusst sein, dass ein Stromausfall, welcher sich über eine längere Zeit hinzieht zu einem Problem des Bevölkerungsschutzes werden kann. So war zu Beginn des Winters 2015/2016 verschiedentlich von möglichen Ereignissen dieser Art die Rede, die sich aus einer Überbeanspruchung des Netzes oder aus anderen Gründen ergeben könnten. Der Fall ist in der Schweiz nicht eingetreten, aber man hat im Januar lesen können wie zum Beispiel in den Vereinigten Staaten in Folge schwerer Schneestürme die Stromversorgung nicht mehr gewährleistet war.

Ein Ärgernis oder mehr?

Der Stromausfall stellt an sich nicht eine Gefährdung von Leib und Leben für die Bevölkerung dar. Sicher ist es ein Ärgernis, wenn die Züge nicht fahren und der Ausfall der Verkehrsteuerung ein Chaos auf den Strassen verursacht. Und wenn man zu Hause damit leben muss, dass die Haushaltungsmaschinen den Dienst versagen und der Inhalt des Kühlschranks oder der Kühltruhe rasch verderben könnte. Solche Probleme verlangen eine gewisse Anpassungsfähigkeit in den Haushalten, man kann aber in der Regel davon ausgehen, dass die die zuständigen Dienste umgehend die Behebung des Problems an die Hand nehmen und dieses so in absehbarer Zeit gelöst werden kann. Trotzdem besteht eine Gefahr, wenn ein eingeschaltetes Gerät nach dem Unterbruch wieder unter Strom kommt und dann wieder zu funktionieren beginnt, wenn niemand da ist, um es auszuschalten. Bei Stromausfall sind also die bis dann laufenden Geräte im Haushalt auszuschalten oder vom Stromnetz zu trennen (namentlich Fritteusen, Kochherde oder Backöfen), aber auch Maschinen, die mit dem Stromunterbruck nicht abgeschaltet wurden und sich deshalb selbständig wieder in Gang setzen könnten.

Für vitale Einrichtungen wie z.B. Spitäler, wo schon ein kurzer Stromunterbruch verheerende Folgen haben könnte, besteht eine Notstromversorgung. Für die Haushaltungen hingegen kann eine Bedrohung von Gesundheit und Leben nur in dem Fall entstehen, wo in der gleichen Zeitspanne ein bevölkerungsschutzrelevanter Vorfall in der Umgebung eintritt oder sich entwickelt (Kältewelle, Überschwemmungen, Brand, Chemie- oder Atomunfall usw.). Damit die Alarmierung der Bevölkerung unabhängig von der öffentlichen Stromversorgung funktionieren kann und die Information über die weiteren Entwicklungen an die Betroffenen in ihren Häusern gelangen kann, ist im Voraus an folgende Aspekte zu denken:

Sich technisch und mental auf den Notfall vorbereiten

Die laufende Information nach Auftreten einer Katastrophe mit Durchgabe der Verhaltensanweisungen von den Behörden an die Bevölkerung erfolgt in erster Linie über das Radio als sicherstes Medium, weil je nach Vorfall ein Verbleiben in den Gebäuden angesagt ist. Beim Stromausfall kann ein an das Netz angeschlossene oder über dass Internet gesteuerte Gerät jedoch nicht in Betrieb genommen werden. Halten Sie also funktionstüchtige Batterien für Ihr Gerät bereit, um den Empfang trotz Strompanne sicherzustellen. Sie können eventuell auch das Autoradio benützen, das nicht netzabhängig ist

  • Wenn der Strom ausfällt haben Sie keinen Zugang zum Internet und können deshalb die Informationen und Empfehlungen der Bevölkerungsschutzbehörden nicht auf diesem Kanal abholen. Es wäre deshalb wichtig, sich im Voraus zu erkundigen und darüber Gedanken zu machen, was in den verschiedenen Gefahrensituationen das Entscheidende ist.
  • Sie müssen damit rechnen, dass bei Stromausfall das Telefon nicht funktioniert und ein mobiles Gerät (vom Natel bis zum Smartphone) nicht aufgeladen werden kann.
  • Machen Sie sich immer wieder Gedanken über die die möglichen Katstrophenfälle und frischen Sie vorsorglich durch den Besuch der entsprechenden behördlichen Webseiten Ihre Kenntnisse auf über die verschiedenen Gefahren, die eintreten können, und über das in ausserordentlichen Lagen jeweils angepasste Verhalten.

März 2016
Bevölkerungs- und Zivilschutzverband Region Murten ZVRM
Chef Info GFO

Bild:
Die Starkstromleitungen durch die Landschaft gehören zu den sichtbarsten Teilen der Stromversorgung. Eine Störung kann sich aber überall und aus den vielfältigsten Gründen ereignen, von der Stromerzeugung bis zum Endverbraucher.